HBO-Zentrum Euregio Aachen
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Medizinische Untersuchung im HBO-Zentrum Aachen

Tinnitus: Ohrgeräusche gezielt behandeln

Je früher die Behandlung, desto besser die Chancen.

Tinnitus – also Pfeifen, Rauschen oder Brummen im Ohr – kann plötzlich auftreten oder sich nach einem Hörsturz, Lärmtrauma oder Stress entwickeln. Je früher die Behandlung beginnt, desto höher sind die Chancen auf Linderung.

  • Ärztlich begleitet
  • Schnelle Ersteinschätzung möglich
  • Ergänzende HBO-Therapie

Tinnitus – kurz erklärt

Tinnitus bezeichnet die Wahrnehmung von Geräuschen ohne äußere Schallquelle. Es ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, meist ausgelöst durch eine Schädigung der Haarzellen im Innenohr oder eine Störung der Hörbahn. Akuter Tinnitus (bis ca. 3 Monate) hat deutlich bessere Heilungschancen als chronischer Tinnitus.

Typische Beschwerden

  • Pfeifen, Klingeln oder hoher Ton im Ohr
  • Rauschen oder Brummen
  • Geräusche auf einem oder beiden Ohren
  • Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis)
  • Begleitende Hörminderung
  • Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme

Ursachen von Tinnitus

Häufig steht der Tinnitus im Zusammenhang mit einem Hörsturz, einem Knall- oder Lärmtrauma, anhaltendem Stress oder Durchblutungsstörungen im Innenohr. Auch Long COVID, Erkrankungen der Halswirbelsäule, Mittelohrentzündungen oder Medikamentennebenwirkungen können Tinnitus auslösen.

Akut vs. chronisch

Als akuter Tinnitus gilt die Symptomatik in den ersten Wochen bis maximal 3 bis 6 Monaten. In dieser Phase sind die Chancen am größten, dass sich der Tinnitus zurückbildet. Hält er länger an, spricht man von chronischem Tinnitus – dann verschiebt sich das Ziel der Behandlung in Richtung Linderung und Habituation.

Neu aufgetretene Ohrgeräusche? Warten Sie nicht ab.

Gerade in den ersten Wochen sind die Chancen am größten. Fordern Sie einen Rückruf an – wir sagen Ihnen ehrlich, ob eine HBO-Therapie sinnvoll ist.

Tinnitus behandeln: Diagnostik und HBO-Ersteinschätzung

Am Anfang jeder Tinnitus-Behandlung steht die ärztliche Abklärung. Dazu gehören die Ohrmikroskopie, ein Tonaudiogramm zur Bestimmung des Hörvermögens, das Tinnitus-Matching (Frequenz und Lautheit des Ohrgeräuschs) sowie Tympanometrie und Messung der otoakustischen Emissionen. Ergänzend werden Blutdruck, Halswirbelsäule und Kiefergelenk beurteilt und – bei einseitigem Tinnitus – weitere Untersuchungen veranlasst, um andere Ursachen auszuschließen. Erst danach lässt sich entscheiden, welche Therapie sinnvoll ist.

Behandlung des akuten Tinnitus

Beim akuten Tinnitus zielt die Behandlung auf die Wiederherstellung der Innenohrfunktion. Standard ist die Kortison-Therapie – als Tablette, Infusion oder intratympanale Injektion direkt ins Mittelohr. Ergänzend kommen durchblutungsfördernde Infusionen zum Einsatz, deren Nutzen heute allerdings kritisch bewertet wird.

Bei nachgewiesener Innenohrbeteiligung ist die Hyperbare Sauerstofftherapie die sinnvolle Ergänzung: Sie erhöht das Sauerstoffangebot im Innenohr genau dort, wo die Mikrozirkulation gestört ist. Beide Verfahren schließen sich nicht aus – im Gegenteil, die Kombination aus Kortison und HBO ist der übliche Weg.

Behandlung des chronischen Tinnitus

Besteht der Tinnitus länger als 3 bis 6 Monate, verschiebt sich das Behandlungsziel: Nicht mehr das Verschwinden des Geräuschs steht im Vordergrund, sondern die Habituation – das Gehirn lernt, das Ohrgeräusch als unwichtig einzustufen. Bewährte Bausteine sind:

  • Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT): Counselling plus Hörtherapie
  • Hörgeräte bei begleitender Hörminderung – oft der wirksamste Einzelbaustein
  • Noiser / Masker: leises Rauschen überdeckt das Ohrgeräusch
  • Kognitive Verhaltenstherapie zur Durchbrechung des Stress-Tinnitus-Kreislaufs
  • Entspannungsverfahren: progressive Muskelentspannung, Atemübungen, Achtsamkeit
  • Behandlung von Begleitfaktoren an Halswirbelsäule und Kiefergelenk

Im HBO-Zentrum prüfen wir gezielt, ob die Hyperbare Sauerstofftherapie bei Ihrer Form des Tinnitus als ergänzende Behandlung infrage kommt.

Tinnitus-Behandlung mit HBO-Therapie

Bei Tinnitus mit nachgewiesener Innenohrbeteiligung – insbesondere nach Hörsturz, Lärmtrauma oder im Rahmen von Long COVID – kann die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) die Mikrozirkulation im Innenohr verbessern und die Regeneration der Haarzellen unterstützen. Unter erhöhtem Umgebungsdruck atmen Sie reinen Sauerstoff – dadurch erhält das Innenohr ein Vielfaches der normalen Sauerstoffmenge.

Eine Sitzung dauert ca. 90 Minuten, üblich sind 10–15 Behandlungen. Wir prüfen in einer ärztlichen Ersteinschätzung, ob die HBO-Therapie für Ihre Situation infrage kommt.

Tinnitus nach Hörsturz

Sehr häufig beginnt der Tinnitus zeitgleich mit einem Hörsturz: Das Ohr wird plötzlich dumpf und gleichzeitig setzt ein Pfeifen oder Rauschen ein. Beide Beschwerden haben dieselbe Wurzel – eine Unterversorgung der Haarzellen im Innenohr. Deshalb wird in diesem Fall auch gemeinsam behandelt: Wer den Hörsturz früh therapiert, verhindert oft, dass sich der Tinnitus verfestigt.

Alles zu Symptomen, Ursachen und Behandlung finden Sie auf unserer Hörsturz-Seite.

Tinnitus nach Knall- und Lärmtrauma

Nach einem Knalltrauma (Silvesterböller, Schuss, Airbag) oder einer starken Lärmbelastung (Konzert, Maschinenlärm) bleibt oft ein hoher Pfeifton zurück. Auch hier gilt: zeitnah ärztlich abklären lassen und parallel eine HBO-Ersteinschätzung anfordern. Bei ausbleibender Erholung kann die HBO-Therapie in den ersten Wochen die Regeneration der geschädigten Sinneszellen unterstützen.

Tinnitus nach Long COVID

Nach einer COVID-19-Infektion berichten Betroffene häufig über neu aufgetretene Ohrgeräusche, teils mit Hörminderung oder Schwindel. Als Ursache werden Entzündungs- und Mikrozirkulationsstörungen diskutiert – ein Ansatzpunkt, an dem die Hyperbare Sauerstofftherapie wirken kann. Sprechen Sie uns an, wir schätzen Ihren Fall individuell ein.

Was Sie selbst tun können

  • Stress reduzieren – Stress ist der stärkste Verstärker von Ohrgeräuschen
  • Gehörschutz konsequent nutzen (Beruf, Konzerte, Heimwerken)
  • Stille meiden: leise Hintergrundgeräusche machen den Tinnitus weniger präsent
  • Auf ausreichenden Schlaf und geregelten Tagesrhythmus achten
  • Nikotin meiden, Blutdruck und Blutzucker kontrollieren lassen
  • Austausch in einer Selbsthilfegruppe kann die Belastung deutlich senken

Kosten und Kostenübernahme

Bei privat Versicherten und Beihilfeberechtigten werden die Kosten der HBO-Therapie bei entsprechender Indikation in der Regel erstattet. Gesetzliche Krankenkassen prüfen die Kostenübernahme im Einzelfall; häufig erfolgt die Abrechnung privat. Wir nennen Ihnen die Kosten vorab transparent und unterstützen Sie beim Antrag.

„Je früher wir bei Ohrgeräuschen mit Innenohrbeteiligung behandeln, desto besser sind die Aussichten. Ein Rückruf ist unverbindlich – abwarten gefährdet dagegen oft das Hörvermögen.“

Dr. med. Elke Langejürgen – Medizinische Leitung, HBO-Zentrum Euregio Aachen

Medizinisch geprüft von Dr. med. Elke Langejürgen · zuletzt aktualisiert am 26.07.2026 · Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Häufige Fragen zu Tinnitus

Was ist Tinnitus?

Tinnitus bezeichnet Ohrgeräusche wie Pfeifen, Rauschen, Brummen oder Klingeln, die ohne äußere Schallquelle wahrgenommen werden. Tinnitus ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom – meist verursacht durch eine Störung im Innenohr oder Hörnerv.

Wie wird akuter Tinnitus behandelt?

Am Anfang steht die ärztliche Diagnostik: Ohrmikroskopie, Tonaudiogramm, Tinnitus-Bestimmung von Frequenz und Lautheit (Tinnitus-Matching) sowie der Ausschluss anderer Ursachen. Beim akuten Tinnitus folgt meist eine Kortison-Therapie, ergänzend kommt bei Innenohrbeteiligung die Hyperbare Sauerstofftherapie infrage. Beim chronischen Tinnitus stehen Tinnitus-Retraining, Hörgeräte oder Noiser und kognitive Verhaltenstherapie im Vordergrund.

Wann sollte man Tinnitus behandeln?

So früh wie möglich – idealerweise innerhalb der ersten Wochen nach Auftreten. In den ersten Wochen bis maximal 3–6 Monaten gilt der Tinnitus als akut und die Heilungschancen sind am höchsten. Eine zeitnahe ärztliche Abklärung ist wichtig; parallel kann die HBO-Ersteinschätzung angefordert werden.

Kann ein Tinnitus von selbst weggehen?

Ja, vor allem ein akut auftretender Tinnitus klingt häufig spontan wieder ab, wenn die Ursache (z. B. Stress, Lärmtrauma, vorübergehende Durchblutungsstörung) abklingt. Je länger der Tinnitus besteht, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Spontanheilung.

Was sind die häufigsten Ursachen von Tinnitus?

Hörsturz, Lärm- oder Knalltrauma, Stress, Durchblutungsstörungen des Innenohrs, Mittelohrentzündungen, Erkrankungen der Halswirbelsäule und des Kiefergelenks, Long COVID oder Nebenwirkungen von Medikamenten.

Hilft die HBO-Therapie bei Tinnitus?

Bei Tinnitus mit Innenohrbeteiligung – insbesondere nach Hörsturz, Lärmtrauma oder Long COVID – kann die Hyperbare Sauerstofftherapie die Durchblutung im Innenohr verbessern und die Beschwerden lindern. Studien belegen besonders gute Effekte bei frühem Therapiebeginn.

Wie unterscheiden sich akuter und chronischer Tinnitus?

Als akut gilt Tinnitus in den ersten Wochen bis maximal 3–6 Monaten. Hält er länger an, spricht man von chronischem Tinnitus. Die Behandlung verschiebt sich dann von Heilung zu Geräusch-Management und Habituation.

Was ist eine Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT)?

Die TRT kombiniert ausführliche Beratung (Counselling) mit einer Hörtherapie – oft unterstützt durch Hörgeräte oder Rauschgeräte (Noiser). Ziel ist die Habituation: Das Gehirn lernt, das Ohrgeräusch als unwichtig einzustufen und auszublenden.

Helfen Hörgeräte oder Noiser gegen Tinnitus?

Bei begleitender Hörminderung sind Hörgeräte oft sehr wirksam, weil sie das fehlende Umgebungsgeräusch zurückbringen und der Tinnitus dadurch weniger auffällt. Noiser erzeugen ein leises Rauschen, das die Wahrnehmung des Ohrgeräuschs abschwächt.

Wie lange dauert eine HBO-Behandlungsserie bei Tinnitus?

Eine Sitzung dauert ca. 90 Minuten. Üblich sind 10 bis 15 Sitzungen an aufeinanderfolgenden Werktagen. Den genauen Umfang legen wir nach der ärztlichen Ersteinschätzung gemeinsam fest.

Was kostet die Tinnitus-Behandlung mit HBO und wer zahlt?

Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen erstatten die Kosten bei entsprechender Indikation in der Regel. Gesetzliche Krankenkassen prüfen die Kostenübernahme im Einzelfall; in vielen Fällen erfolgt die Abrechnung privat. Wir informieren Sie vorab transparent über die Kosten.

Was kann ich selbst gegen Tinnitus tun?

Stressabbau und Entspannungsverfahren (progressive Muskelentspannung, Atemübungen), konsequenter Gehörschutz bei Lärm, ausreichend Schlaf, Verzicht auf Nikotin sowie ruhige Hintergrundgeräusche statt völliger Stille helfen vielen Betroffenen spürbar.

Ihre Frage ist nicht dabei?

Fordern Sie einen Rückruf an – wir beantworten Ihre Fragen zu Tinnitus, HBO-Therapie und Kosten persönlich.

Tinnitus tritt häufig nach einem Hörsturz auf.

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Bei akutem Hörsturz fordern Sie bitte möglichst früh einen Rückruf an.

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